Börsenhandel und Ordertypen einfach erklärt
Wie kaufst oder verkaufst du Aktien an der Börse? Was ist eine Limit-Order, und wozu dient ein Stop-Loss? Wer mit Wertpapieren handelt, sollte die wichtigsten Orderarten kennen. In diesem Beitrag lernst du die Grundlagen des Börsenhandels Schritt für Schritt kennen.
Wie funktioniert der Börsenhandel?
An der Börse treffen Kauf- und Verkaufsaufträge für Wertpapiere aufeinander. Dazu gehören beispielsweise Aktien und ETFs. Der Preis entsteht durch Angebot und Nachfrage sowie durch die Funktionsweise des jeweiligen Handelsplatzes.
Wenn du eine Aktie kaufen möchtest, gibst du deinem Broker einen Auftrag, der auch Order genannt wird. Der Broker leitet diesen Auftrag entsprechend den vereinbarten Bedingungen an einen Handelsplatz oder einen anderen Ausführungsort weiter.
Ob und zu welchem Preis deine Order ausgeführt wird, hängt unter anderem von der Orderart, der verfügbaren Liquidität, dem Marktpreis und den Handelsbedingungen ab.
Was ist eine Market-Order?
Eine Market-Order ist ein Auftrag, ein Wertpapier zum bestmöglichen verfügbaren Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Bei ausreichender Liquidität wird sie häufig schnell ausgeführt.
Der genaue Ausführungspreis steht dabei nicht im Voraus fest. Insbesondere bei starken Kursschwankungen oder wenig gehandelten Wertpapieren kann er vom zuletzt angezeigten Kurs abweichen.
Eine Aktie wird mit einem Kurs von 50 Euro angezeigt. Du gibst eine Market-Kauforder auf. Der tatsächliche Kaufpreis kann beispielsweise etwas höher liegen, wenn sich der Marktpreis bis zur Ausführung verändert.
Was ist eine Limit-Order?
Mit einer Limit-Order legst du einen maximalen Kaufpreis oder einen minimalen Verkaufspreis fest.
- Kauflimit: Du legst den höchsten Preis fest, den du beim Kauf zu zahlen bereit bist.
- Verkaufslimit: Du legst den niedrigsten Preis fest, zu dem du verkaufen möchtest.
Eine Limit-Order kann verhindern, dass du zu einem ungünstigeren Preis als deinem festgelegten Limit handelst. Allerdings ist die Ausführung nicht garantiert. Der Markt muss die entsprechenden Bedingungen erfüllen, und es können auch nur Teile der Order ausgeführt werden.
Eine Aktie kostet 52 Euro. Du möchtest höchstens 50 Euro zahlen und gibst eine Kauflimit-Order bei 50 Euro auf. Die Order wird nur ausgeführt, wenn die Ausführungsbedingungen deines Auftrags erfüllt sind. Steigt oder bleibt der Kurs darüber, wird sie möglicherweise nicht ausgeführt.
Was ist eine Stop-Loss-Order?
Eine Stop-Loss-Order soll helfen, einen Verkauf auszulösen, wenn ein bestimmter Kurs erreicht wird. Sie wird häufig zur Begrenzung möglicher Verluste eingesetzt.
Bei einer klassischen Stop-Market-Order wird nach Erreichen des Stop-Preises eine Market-Order ausgelöst. Der Verkaufspreis ist deshalb nicht garantiert. Bei schnellen Kursbewegungen kann die Ausführung deutlich unter dem Stop-Preis liegen.
Ein Stop-Loss schützt nicht sicher vor Verlusten in einer bestimmten Höhe. Bei Kurslücken, hoher Volatilität oder geringer Liquidität kann der tatsächliche Verkaufspreis erheblich abweichen.
Was ist eine Stop-Limit-Order?
Eine Stop-Limit-Order kombiniert einen Stop-Preis mit einem Limit. Wird der Stop-Preis erreicht, wird eine Limit-Order aktiviert.
Damit begrenzt du den akzeptierten Ausführungspreis. Dafür besteht das Risiko, dass die Order nicht ausgeführt wird, wenn sich der Markt schnell über dein Limit hinaus bewegt.
Die wichtigsten Ordertypen im Vergleich
| Ordertyp | Funktionsweise | Wichtig zu wissen |
|---|---|---|
| Market-Order | Ausführung zum bestmöglichen verfügbaren Preis | Preis nicht garantiert |
| Limit-Order | Festgelegte Preisgrenze | Ausführung nicht garantiert |
| Stop-Market | Stop löst eine Market-Order aus | Ausführungspreis kann abweichen |
| Stop-Limit | Stop aktiviert eine Limit-Order | Order kann unausgeführt bleiben |
Was bedeuten Geldkurs und Briefkurs?
Der Geldkurs ist der Preis, den Käufer aktuell zu zahlen bereit sind. Der Briefkurs ist der Preis, zu dem Verkäufer aktuell anbieten.
Wenn du ein Wertpapier kaufst, orientiert sich deine Ausführung häufig am Briefkurs. Beim Verkauf ist häufig der Geldkurs relevant. Die tatsächliche Ausführung hängt jedoch von der Order und den Marktbedingungen ab.
Was ist der Spread?
Der Spread ist die Differenz zwischen Geldkurs und Briefkurs. Er ist ein Bestandteil der Handelskosten und kann je nach Wertpapier, Handelsplatz, Tageszeit und Marktsituation unterschiedlich groß sein.
Der Geldkurs beträgt 49,90 Euro und der Briefkurs 50,10 Euro. Der Spread beträgt 0,20 Euro pro Aktie. Bei einem sofortigen Kauf und anschließendem Verkauf können weitere Kosten und Kursbewegungen hinzukommen.
Was sind Handelszeiten?
Die Handelszeiten unterscheiden sich je nach Börse, Handelsplatz und Wertpapier. Viele Aktien werden während festgelegter Börsenzeiten gehandelt. Manche Handelsplätze bieten auch erweiterte Handelszeiten an.
Außerhalb der üblichen Haupthandelszeiten können weniger Marktteilnehmer aktiv sein. Das kann zu geringerer Liquidität und größeren Spreads führen. Prüfe deshalb die Handelszeiten und Bedingungen deines Brokers.
Was ist Liquidität?
Liquidität beschreibt, wie einfach ein Wertpapier gekauft oder verkauft werden kann, ohne den Preis dabei stark zu beeinflussen.
Bei stark gehandelten Wertpapieren gibt es häufig mehr Kauf- und Verkaufsangebote. Bei wenig gehandelten Wertpapieren können Spreads größer sein und Orders schwieriger ausgeführt werden.
Welche Order ist für Anfänger sinnvoll?
Es gibt keine Orderart, die in jeder Situation die beste Wahl ist. Eine Market-Order kann bei ausreichender Liquidität eine schnelle Ausführung ermöglichen. Eine Limit-Order gibt dir dagegen mehr Kontrolle über den akzeptierten Preis, garantiert aber keine Ausführung.
Stop-Orders können bei der Handelsplanung helfen, haben jedoch eigene Risiken. Bevor du mit echtem Geld handelst, solltest du die Funktionsweise und die Bedingungen deines Brokers verstehen. Ein Demokonto kann zum Üben hilfreich sein.
Häufige Fragen zum Börsenhandel
Wird eine Limit-Order immer ausgeführt?
Nein. Der Markt muss die Bedingungen für die Ausführung erfüllen. Je nach Angebot, Nachfrage und Orderbedingungen kann die Order vollständig, teilweise oder gar nicht ausgeführt werden.
Garantiert ein Stop-Loss einen bestimmten Verkaufspreis?
Nein. Bei einer Stop-Market-Order kann der tatsächliche Ausführungspreis vom Stop-Preis abweichen. Eine Stop-Limit-Order begrenzt zwar den akzeptierten Preis, kann dafür aber unausgeführt bleiben.
Was ist der Unterschied zwischen Kurs und Ausführungspreis?
Ein angezeigter Kurs ist nicht automatisch der Preis, zu dem deine Order ausgeführt wird. Marktbewegungen, Geld- und Briefkurs, Liquidität und Orderart beeinflussen die tatsächliche Ausführung.
Kann ich beim Börsenhandel mehr verlieren als erwartet?
Ja. Bei Wertpapieren können Verluste entstehen, und der tatsächliche Ausführungspreis kann ungünstiger ausfallen als erwartet. Bei bestimmten Produkten, insbesondere gehebelten oder komplexen Finanzinstrumenten, können zusätzliche Risiken bestehen.
Fazit: Ordertypen verstehen, bevor du handelst
Market-, Limit-, Stop-Market- und Stop-Limit-Orders erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Wer die Unterschiede kennt, kann seine Handelsaufträge bewusster planen. Wichtig sind außerdem Geldkurs, Briefkurs, Spread, Liquidität und Handelszeiten.
Nimm dir Zeit, die Bedingungen deines Brokers zu prüfen, und übe neue Orderarten zunächst in einer sicheren Lernumgebung.
Weiterlernen: In unserem Börsenlexikon für Einsteiger findest du weitere verständliche Erklärungen rund um Börse und Geldanlage. Lies auch unsere Einführung Börse und Aktien – Grundlagen für Anfänger sowie den Beitrag ETFs und Fonds einfach erklärt.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und Bildung. Er stellt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar.